Kurz-Kritik H

Colleen Hoover

„Nächstes Jahr am selben Tag“

nächstes jahr am selben tagInhalt: Bevor die achtzehnjährige Fallon von Los Angeles nach New York zieht, trifft sie sich noch einmal mit ihrem Vater; seit einem schwerwiegenden Tag vor zwei Jahren ist ihre Beziehung alles andere als gut. Auch ihre Unterhaltung an diesem Tag ändert daran nichts, bis der gutaussehende Fremde am Nebentisch einspringt und ihrem Vater Kontra gibt.

Fallon und Ben spüren gleich, dass das zwischen ihnen mehr als nur eine flüchtige Bekanntschaft sein könnte. Aber Fallon will immer noch nach New York ziehen und sich dabei nicht von so einer Kleinigkeit wie Liebe ablenken lassen. Darum entscheiden die beiden sich, sich die nächsten fünf Jahre immer nur am Jahrestag ihrer Begegnung am selben Ort, zur selben Zeit zu treffen. Und dazwischen soll Funkstille herrschen: kein Anruf, keine SMS, keine Nachricht über Social Media. Zuerst scheint ihr Plan aufzugehen … doch dann funkt ihnen das Leben – und die Vergangenheit – dazwischen.

Plot:              bewertungbewertungbewertungbewertungminusbewertungminus

Charaktere: bewertungbewertungbewertungbewertungminusbewertungminus

Schreibstil: bewertungbewertungbewertungbewertungbewertung

Kommentar: Colleen Hoover hat einen fantastischen Schreibstil. Die Interaktion zwischen den beiden Verliebten wird wunderschön beschrieben und geht direkt ins Herz. Der Moment, in dem man im Buch versunken ist, ist daher außerordentlich nahegehend und der Roman daher lesenswert.

Leider musste ich auch bei diesem Roman von Hoover feststellen, dass sie Nebencharaktere oftmals nur schwach anzeichnet und den ganzen Fokus lediglich auf die Protagonisten legt. Diese sind zwar sympathisch, aber durch die Lücken, die entstehen, weil man auch als Leser immer nur an den Jahrestag springt und nicht erfährt, was innerhalb des vergangenen Jahres passiert, kann man sich nicht hundertprozentig in Fallon und Ben hineinversetzen. Die Handlung am 9. November (dem Jahrestag) scheint immer etwas von ihrem alltäglichen Leben abgegrenzt, wodurch dieses unwichtig erscheint, wobei im nächsten Moment gesagt wird, dass Fallon und Ben so großen Einfluss aufeinander haben. Hier fehlt mir einfach noch ein bisschen Kontext und Tiefe.

Außerdem müssen beim Plot weitere Abstriche gemacht werden, da es mir zum Ende hin zu dramatisch wurde. Ich will hier nicht spoilern, aber mir hätte es definitiv gereicht, wenn der letzte Plot-Twist weggefallen wäre. Im Bezug auf seine Auswirkung auf den gesamten Roman war er meines Erachtens ein schwerwiegender Fehler der Autorin.

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Petra Hülsmann

„Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen“

schmetterlingeInhalt: Als ihr neuer Job in einer fremden Stadt sich als Pleite herausstellt, greift Karo nach jedem Strohhalm. Als sie eine Stelle bei einem Hamburger Fußballverein angeboten bekommt, greift sie zu – nur um festzustellen, dass sie als Kindermädchen eines der Top-Spieler des Teams eingestellt wurde. Patrick ist arrogant, ein Frauenheld und unausstehlich … und vielleicht genau das, was Karo braucht.

Plot:              bewertungbewertungbewertungbewertungminusbewertungminus

Charaktere: bewertungbewertungbewertungbewertungminusbewertungminus

Schreibstil: bewertungbewertungbewertungbewertungbewertungminus

Kommentar: Als Nordlicht (und ehemalige Hamburgerin) hat mich dieser Roman um das Bochumer Mädel Karo (mein Vater ist gebürtiger Bochumer), das ins nordisch kalte Wasser geworfen wird, gleich angesprochen – allein die amüsant eingeworfenen Sticheleien über die verschiedenen Dialekte sind die Lektüre wert. Die Protagonisten haben toll harmoniert, auch wenn man ziemlich schnell wusste, wie der Hase läuft. Während die wachsende Beziehung zwischen Karo und Patrick sich authentisch entwickelt und humorvoll zu verfolgen ist, fehlt mir doch ein wenig die Welt außerhalb dieses Zweigespanns. Sowohl die WG-Mitbewohner als auch die Kollegen von Karo erinnern teilweise an Abziehbilder, und auch sonst wird ihr Leben nicht weiter ausgebaut. Da die Geschichte über einen längeren Zeitraum spielt, hätte ich mir etwas mehr für Karo gewünscht. Dennoch kann ich den Roman empfehlen.

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