#WinterSuBAbbau: Es geht dem Stapel ungelesener Romane an den Kragen

Bei der Lesechallenge #wintersubabbau gibt es 20 Kategorien, die einem helfen sollen, zu entscheiden, welche Bücher seines SuB man als nächstes lesen sollte. In diesem Video stelle ich meine Auswahl vor.

Zeitraum der Challenge: 01.12.2017 bis 31.01.2018

Rezensionen werden hier auf dem Blog gepostet, auf meinem Instagram-Account poste ich Bilder meiner Auswahl.

[Nachtrag: Und natürlich heißt es „Lies ein Buch …“ und nicht  „Les …“ – ich gebe der Aufregung die Schuld, so lange mach ich das mit den Videos ja noch nicht 😉 ]

Bücher, die im Video genannt werden:
1. „Hundert minus einen Tag“ von Kim Leopold
2. „Gefangen. Die Zeitenwanderer-Chroniken“ von Karolyn Ciseau
3. „Zoe und die Liebe“ von Janna Solinger
4. „Das Herz von Paris“ von Caroline Vermalle
5. „Timeless. Retter der verlorenen Zeit“ von Armand Baltazar
6. „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll
7. „Crooked Kingdom“ von Leigh Bardugo
8. „The Fate of the Tearling“ von Erika Johansen
9. „The Beauty of Darkness. The Remnant Chronicles“ von Mary E. Pearson
10. „Grau“ von Jasper Fforde
11. „Das Labyrinth der Lichter“ von Carlos Ruiz Zafón
12. „Das Leben der Ursula Schultz“ von Peter Koletzki
13. „Erna und die drei Wahrheiten“ von Anke Stelling
14. „Die Seiten der Welt“ von Kai Meyer
15. „Träume, die ich uns stehle“ von Lily Oliver
16. „Schiff der Träume“ von Martha Conway
17. „Das Leben fällt, wohin es will“ von Petra Hülsmann
18. „Kleine große Schritte“ von Jodi Picoult
19. „Ewig dein. Deathline“ von Janet Clark

Natürlich habe ich eine Kategorie beim Videodreh vergessen: Ein Buch aus deinem Lieblingsgenre. Hier entschied ich mich für:
20. „Ambers magischer Augenblick“ von Crystal Cestari

 

 

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Winter is … here! Und mit ihm die Novemberausgabe der Owlcrate-Bücherbox

Schon sind der Winter und der Dezember da. Dabei habe ich noch gar nichts zu der letzten Owlcrate-Bücherbox gesagt. Hier also ein Unboxing-Video, und ich kann sagen: Auch Owlcrate hat sich Gedanken darüber gemacht, was wir Leser in dieser Jahreszeit brauchen könnten.

Seid unbesorgt, falls ich White Walkers, Dementoren, Elben oder Grisha-Magiern im verschneiten Lüneburg begegnen sollte: Ich bin vorbereitet.

Unter dem Motto „Castles, Courts and Kingdoms“ schickte die Owlcrate im November tolle Goodies und ein spannend klingendes neues Jugendbuch. Psst … hier wird nicht gespoilert! Mehr dazu findest du im Video.

Bestsellerautorin Jodi Picoult zu Besuch in Hamburg: „Ich fühlte mich dreckig.“

„Rassismus“: eines der zwei Wörter, die die amerikanische Autorin Jodi Picoult auf Deutsch sagen kann, und gleichzeitig das Thema ihres neusten Romans, „Kleine große Schritte“. Das andere Wort: „Wasser“ – passend zu ihrem Besuch in der Buchhandlung Heymann im Hamburger Stadtviertel Eimsbüttel, in die der Verlag C. Bertelsmann vergangenen Dienstag zur Lesung einlud.

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Wasser gibt es in der Hansestadt in rauen Mengen … und leider ist auch Rassismus schon lange nichts mehr, was nur im großen, bösen Amerika Wellen schlägt. Spätestens seit der Flüchtlingskrise wurde wohl jeder Zeuge von rassistischen Bemerkungen und Ansichten. Gerade vergangenen Samstag marschierten in Polen rund 60.000 Nationalisten und Rechtsradikale für ein „weißes Europa“. Bilder und Worte, die einem unbegreiflich erscheinen, die sich in der heutigen Zeit jedoch leider häufen.

Dass der Rassismus nicht urplötzlich aus dem Boden gestampft wurde oder seit dem Bürgerkrieg im Tiefschlaf gelegen hatte, sondern auch in den letzten Jahrzehnten bereits unterschwellig traurige Realität in ihrem Land war, weiß Picoult. Seit letztem Jahr seien Hassreden jedoch quasi legalisiert – seit in Washington D.C. ein neuer Präsident im Weißen Haus sitzt (der auf der Lesung bewusst nur mit „Der, der nicht genannt werden darf“ betitelt wurde).

Tosender Applaus und Blitzlichtgewitter begrüßten die Autorin auf ihrer ersten Deutschland-Buchtour bei ihrem Stopp in der Hansestadt. Mit ihrem Roman „Beim Leben meiner Schwester“ fing meine persönliche Obsession an. Bisher habe ich Picoults Werke in der Originalsprache verschlungen, dank dem C. Bertelsmann Verlag kam ich nun zum ersten Mal in den Genuss, mich auf Deutsch von Picoults Schreibtalent begeistern zu lassen.

Picoult über den Roman: „Es war meine größte Herausforderung.“

„Kleine große Schritte“ erschien in Amerika bereits im Herbst 2016 unter dem Titel „Small Great Things“. Seitdem reist Jodi Picoult mit ihrem neusten literarischen Werk durch die ganze Welt. Doch mit dem Thema Rassismus beschäftigt sie sich schon viel länger. Vor Jahren schon überlegte sie, eine Geschichte zu dem brisanten Thema zu schreiben; die zündende Idee lieferte ihr dann wie so oft die erschreckende Realität.

2012 verklagte eine Krankenschwester das Krankenhaus, in dem sie arbeitete, da es ihr auf Wunsch rechtsradikaler Eltern verbat, sich als Afroamerikanerin um das Neugeborene zu kümmern. Die Krankenschwester gewann die Klage, und bei Jodi Picoult fingen die Rädchen an, sich zu drehen. Was wäre, überlegte sie, wenn der Vorfall nicht so glimpflich ausgegangen wäre? Was, wenn die Schwester in dem Moment mit dem Kind alleine gewesen wäre, wenn ein Notfall eintrat? Wie würde sie handeln? Was für Konsequenzen hätte ihre Entscheidung?

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Wie so viele von Picoults Romanen basiert somit auch „Kleine große Schritte“ auf wahren Begebenheiten, die die Erfolgsautorin provokativ auf die Spitze getrieben hat. Zur Vorbereitung betrieb Picoult umfangreiche Recherche – tatsächlich war es die meiste Vorarbeit, die sie jemals für einen Roman geleistet hatte.

„Wenn ich von meinen Lesern verlange, sich mit dem Thema [Rassismus] auseinanderzusetzen“, so Picoult, „dann muss ich es zuerst selbst getan haben.“ Außerdem wolle sie dieses brisante Thema mit dem gebührenden Respekt behandeln. Lange Zeit war sie sich nämlich gar nicht sicher gewesen, ob sie als weiße Frau über Rassismus schreiben oder reden durfte. Schließlich entschied sie sich dafür: „Rassismus wurde von uns [Weißen] erschaffen, es liegt nun an uns, ihn abzuschaffen.“

Ihre eigene Verarbeitung des Themas hätte ihr Leben verändert – und auch die Art, wie sie ihr Leben lebt. Sie gehe nun bewusster durch die Welt. „Ignoranz ist ein Privileg der Weißen“, so Picoult. Man müsse sich bewusst machen, dass Rassismus nicht nur in den großen Gesten und übelerregenden Parolen der Rechtsextremen existiert und auch nicht nur in einzelnen Personen zu erkennen sei. Institutionen z. B. bevorteilen oft Weiße; Vorurteile beeinflussen Entscheidungen bei der Bildung, bei der Wohnungs- und Jobsuche. Auch wenn wir persönlich keine Rassisten sind, ziehen wir doch öfter, als uns bewusst ist, Vorteile aus den rassistischen Einstellungen anderer.

Damit wolle sie niemandem ein schlechtes Gewissen einreden – und man solle sich auch nicht schuldig fühlen, als Weiße geboren zu sein: Niemand ist dafür verantwortlich, mit welcher Hautfarbe er oder sie auf die Welt kommt. Picoult ruft stattdessen dazu auf, in einen Dialog zu treten. „Wir haben alle viel zu viel Angst, unseren Gegenüber zu beleidigen“, so Picoult. Dabei sei es so einfach, zuzugeben, dass man nicht alles über das Leben und die Lebensweise des anderen kennt. Oftmals gehe es dem anderen genauso. Es ginge darum, jede noch so dumm erscheinende Frage stellen zu dürfen – und nicht über den anderen zu urteilen. „Sagt einfach: Ich will lernen.“

Runde Charaktere: über unperfekte Heldinnen und Monster, die Mitleid erregen

Was mir bei Jodi Picoults Romanen immer wieder auffällt, sind die authentischen runden Charaktere, die ihre Bücherwelten bewohnen. Um den richtigen Ton zu treffen, verbringt die Autorin überdurchschnittlich viel Zeit mit der Recherche. Dabei ist es ihr wichtig, nicht nur mit einer Person zu sprechen, die ihrer Figur ähnelt, sondern diverse Einblicke in die Szene zu bekommen.

Um die Figur der Ruth zu erschaffen zum Beispiel – eine afroamerikanische Krankenschwester – sprach Picoult nicht nur mit Krankenschwestern, um die technischen Mittel und die Sprache richtig zu treffen, sondern auch mit Afroamerikanerinnen in Vereinen und bei anderen Treffen, die mit ihr über ihr Leben als Farbige im heutigen Amerika sprachen; ein Leben, bei dem Rassismus auf der Tagesordnung steht.

Wie es war, sich in einen Skinhead einzufühlen

Für ihren männlichen Protagonisten Turk – einen trauernden Vater, der Ruth wegen ihrer Hautfarbe verabscheut – sprach Picoult mit ehemaligen Neonazis. Die zwei Männer hatten ein Leben des Hasses hinter sich gelassen und arbeiten nun für ein besseres Miteinander sowie für die Überführung von anderen Rechtsradikalen. Dank ihnen bekam Picoult einen Einblick in abscheulichste Praktiken, die auch heute noch überall in Amerika von Neonazis praktiziert werden – und nicht nur in den abgeschiedensten Gegenden des Landes, betont die Bestsellerautorin.

Dank der Hasstiraden eines gewissen Politikers scheinen Hasspredigten legalisiert; nicht nur auf den Straßen sind Skinheads mit ihren Parolen unterwegs, sie gehen auch aktiv auf Universitätsgelände, so Picoult. „Redefreiheit bezieht sich nicht auf Hasspredigten“, wiederholt die Autorin mehrmals.

Aber es gehe sogar noch weiter als bloßes öffentliches Deklarieren: „Skinheads sehen aus wie Sie und ich“, sagte Picoult am Dienstagabend in Hamburg. Keine (oder nicht mehr nur) rasierten Schädel, keine sichtbar getragenen Hakenkreuze oder ähnliche Zeichen, die einem sofort einfallen, wenn man an Neonazis denkt. Heutzutage laufe, wie bei so vielen anderen Themen, vieles übers Internet, erklärt Picoult. Skinheads verbreiten ihre Meinungen über Social Media, oftmals anonym und mit erschreckender Wirkung.

Sie habe sich dabei dreckig gefühlt, verrät Picoult über den Schreibprozess ihrer Figur Turk. So etwas habe sie noch bei keinem anderen Buch, bei keinem anderen Charakter empfunden. „Ich musste, nachdem ich seine Passagen geschrieben habe, erst einmal duschen gehen.“

Der wahre Protagonist ist der Leser selbst

Am nächsten fühlt Jodi Picoult sich der Figur Kennedy, der weißen Anwältin von Ruth. Viele ihrer eigenen Meinungen und Vorurteile und, ja, auch ihre Ignoranz, spiegeln sich in denen von Kennedy wider. Picoult selbst machte durch die Recherche für das Buch und das Schreiben eine Verwandlung durch. Sie verrät uns: „Anfangs denkt man vielleicht, man lese ein Buch über Ruth, aber wenn man das Buch beendet, erkennt man, dass man tatsächlich Kennedys Geschichte gelesen hat – und damit auch seine eigene.“

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Runde Charaktere sind das A und O für die amerikanische Autorin. Es sind keine einseitig guten oder schlechten Menschen, auch die scheinbar Guten machen Fehler, haben Probleme und schlechte Eigenschaften. Dafür empfindet man auch mal Mitleid mit dem Bösewicht – unbeabsichtigt, sodass man direkt von seiner eigenen Reaktion angeekelt ist.

„Ich begegne auf der Straße kaum Heiligen – und auch Monster haben Eltern, die sie lieben“, erklärt Picoult ihre Entscheidung, ihre Romane mit multidimensionalen Charakteren zu bevölkern.

„Kleine große Schritte“ habe sie chronologisch geschrieben, statt die Passagen einzelner Charaktere geschlossen zu verfassen. Sie wäre sich schon manchmal vorgekommen, als hätte sie mehrere Persönlichkeiten. Andererseits wäre der einzige Unterschied zwischen Schizophrenie und Schreiben auch nur, so Picoult, dass man fürs Schreiben bezahlt würde.

Über Aktualität, den richtigen Riecher und Lachmusekln

Just am Tag der Lesung kam erneut eine Schreckensnachricht aus den USA: Erneut gab es einen Amoklauf, dieses Mal in einer Grundschule. Jodi Picoult, die bereits vor zehn Jahren in einem Roman Amokläufe thematisierte, war entsetzt, aber nicht überrascht. Es würde leider auch nicht das letzte Mal sein, dass so etwas passiere, so lange wie die Schützen in den Medien glorifiziert würden und die Waffengesetze in den USA sich nicht änderten, so Picoult. Sie schlug vor, sich in der Berichterstattung stattdessen auf das Leben der Opfer zu konzentrieren.

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Ihre Romane zeichnen sich durch ihre Aktualität aus. So unterschiedlich die Geschichten sind, so behandeln sie doch immer das heutige Leben in Amerika, Menschen, in denen man sich wiederfindet, und Themen, die die Welt bewegen.

Ob sie in die Zukunft sehen könne, wird Jodi Picoult oft gefragt. Sie lacht, als es auch an diesem Abend zur Sprache kommt. Oftmals käme es wirklich vor, dass sie über ein Thema schreibt und kurz nach der Erscheinung des Romans passiert etwas oder das Thema kommt aus einem anderen Grund in den Vordergrund. Sie selbst erklärt es sich so, dass sie über Themen schreibt, die sie als Mutter/Frau/Amerikanerin/Mensch interessieren oder ihr Sorgen bereiten. Und das scheint in den Lesern Anklang zu finden. Diese haben ähnliche Ängste, stecken in ähnlichen Krisen oder moralischen Dilemmas.

Ein weiteres Merkmal von Picoults Romanen ist der häufige Bezug zu Familien, so auch in ihrem neusten. Während tiefgreifende Themen die Leben der Protagonisten beeinflussen, sucht jeder der drei doch nur einen Weg, eine bessere Welt für ihre Kinder zu schaffen.

Lachen erlaubt!

„Das Buch kann nicht nur dunkel, schrecklich und grausam sein.“ Picoult versichert uns, dass auch leichte Szenen und Humor im Roman vorkämen. „Es muss den Lesern erlaubt sein, zu lachen.“

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Die Autorin

Jodi Picoult wurde 1966 in New York, USA, geboren und studierte an den Elite-Universitäten Princeton und Harvard. Ihre Karriere als Autorin begann 1992; mehr als zwanzig Romane sind inzwischen von ihr erschienen (sogar mir fehlt noch der eine oder andere). Sie wurde bereits mehrfach ausgezeichnet (u. a. 2003 mit dem renommierten New England Book Award). Ein wenig mit Deutschland verbunden könnte Picoult sich dennoch fühlen: Immerhin lebt sie mit ihrem Mann in Hanover, New Hampshire.

Noch mehr Picoult

Wer noch nicht genug von der amerikanischen Autorin hat, kann auf deren offiziellen Website detaillierte Hintergründe zu ihren Romanen sowie häufige Fragen (und die dazugehörigen Antworten) nachlesen.

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Dank

Mein Dank geht an die Heymann Buchhandlung Eimsbüttel für den schönen Abend sowie an den Verlag C. Bertelsmann für das Gewinnspiel, bei dem ich zwei Tickets für die tolle Veranstaltung gewonnen habe, sowie für das Rezensionsexemplar von „Kleine große Schritte“.

Jodi Picoult: Vielen Dank, dass Sie nach Deutschland gekommen sind und sich so viel Zeit genommen haben.

Und natürlich: Danke an euch, liebe Leser, fürs Durchhalten (es war ja doch ein etwas längerer Beitrag). Ihr seid genial!

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#meinbuchimnovember: Instagram-Aktion mit „Mein Buch“ von Katja Scholtz

Für all jene unter euch, die sich noch nicht an den NaNoWriMo herantrauen oder die noch nicht die zündende Idee für einen ganzen Roman gehabt haben, gibt es diese Neuerscheinung: „Mein Buch – 100 Dinge, über die du schreiben kannst“ von Katja Scholtz, im Diana Verlag erschienen. 100 Anstöße zum Schreiben im handlichen Buch verpackt und mit schönen Illustrationen von Pascal Cloëtta verziert.

Eine Instagram-Aktion MIT und FÜR euch!

Diesen November werde ich „Mein Buch“ FÜR und MIT euch testen. Jeden zweiten Tag im NaNo-Monat werde ich einen Writing Prompt, eine Anregung zum Schreiben, posten und versuchen, sie trotz meines stressigen Alltags zu meistern.

Den ersten Beitrag gibt es bereits auf meiner Instagram-Seite zu sehen; zu finden unter dem Hashtag #meinbuchimnovember:

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1. Beitrag

#meinbuchimnovember fängt heute ganz easy an. Nehmt euch 5 Minuten Zeit und schreibt auf, was euch gerade in den Kopf kommt. Ganz wichtig, sei es für diese Übung oder als Teil des NaNoWriMos: den inneren Lektor ausschalten! (Ganz schwierig für mich, schließlich verdiene ich so mein Geld …)

Mein Buch = dein Buch!

Jetzt im November habt ihr die Möglichkeit, einen exklusiven Einblick in die Schreibhilfe zu erhaschen. Und wer Lust hat, macht einfach mit! Ob einmal oder jedes Mal, ist jedem selbst überlassen.
So können wir peu à peu das Schreiben in unseren Alltag integrieren.
Außerdem helfen kleine Pausen im Alltag, in denen man schreibt, den Kopf frei zu kriegen und bringen oft die originellsten Einfälle und wundersamsten Plots hervor.

Mach mit und berichte hier in den Kommentaren oder auf Instagram unter dem #meinbuchimnovember deine Fortschritte!

Eulenpost! Die Oktoberausgabe der Owlcrate-Bücherbox ist da – und wird gleich ausgepackt

[Nachtrag: Im Video hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen. Porto-Kosten sind 20 Euro, nicht 30. Die Gesamtkosten sind aber weiterhin 50 Euro.]

Mein Postbote hat sich mal wieder gefreut, zu mir in den dritten Stock zu stiefeln. Aber mindestens einmal im Monat (haha – yeah, right) muss er es auf sich nehmen. Eulenpost!

Die Owlcrate schickte in diesem Monat unter dem Motto „Find me in the Forest“ eine Jugendbuch-Neuerscheinung (wodurch sich das Risiko gering hält, dass ich es schon in meinen Massenanschaffungen geschnappt habe) sowie gleich mehrere tolle Goodies.

Das Jugendbuch habe ich im Video nicht näher vorgestellt, aber mehr Informationen dazu findet ihr hier.

Viel Spaß beim Video!*

*(Entschuldigt, dass die Quali nicht so gut ist – ich konnte nicht länger warten und musste daher mein Licht anschalten; hach, wo ist der Sommer mit seinen langen hellen Abenden hin?! Bitte vergebt mir und konzentriert euch lieber auf die vielen tollen Goodies!)

Cornelia Funke zu Besuch in der Hansestadt: Hörspiel-Premiere von „Drachenreiter – Die Vulkan-Mission“

Vergangenen Donnerstag durfte ich bei der Hörspiel-Premiere von Cornelia Funkes neuster Geschichte, „Drachenreiter – Die Vulkan-Mission“, dabei sein. Zu der gemeinsamen Veranstaltung von Cornelia Funkes eigenem Hörspiel-Verlags Atmende Bücher und der ZEIT wurde in die Uni Hamburg eingeladen. Ein ganzer Hörsaal voller langjähriger, aber vor allem auch junger Fans wartete gespannt, dass der Hauptgast angekündigt wurde. Als Cornelia Funke schließlich auf die Bühne gebeten wurde, gab es tosenden Applaus, der gar nicht aufhören wollte.

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Begrüßung zur Veranstaltung von Cornelia Funkes Hörspiel-Verlag Atmende Bücher und der ZEIT. Links: Cornelia Funke

Einen Monat vor dem Erscheinen von Funkes erstem Hörspiel durften wir schon einmal ins nächste Abenteuer der Drachenreiter hineinhören – buchstäblich: Mithilfe von mehreren Sprechern, Tontechnikern sowie einer Band bekamen wir ein paar Kapitel der Geschichte um das FREEFAB-Team, der Organisation zum Schutz aller Fabelwesen, zu hören. Und ihre Hilfe ist wirklich vonnöten, denn überall auf der Welt verschwinden Fabelwesen spurlos. Doch dann erhält das Team Informationen, die es übers Meer bis zu einem Vulkan, bis nach Island führen …

Cornelia Funke übernimmt an diesem Abend die Erzähler-Rolle. Aber auch auf dem tatsächlichen Hörspiel ist sie zu hören: als Winnifred. Warum gerade diese Figur, wird gefragt. Antwort: Weil es keine ihrer eigenen Figuren ist. Das Hörspiel entstand aus einer Zusammenarbeit mit David Fowler: Winni ist seine Figur und dazu noch keine Hauptfigur. Funke wollte nicht im Mittelpunkt des Ganzen stehen. Außerdem passe Winni so gut zu ihr: Genau wie Funke selbst (und auch ihr Sohn, wie sie verrät) ist Winni eine Dramaqueen.

Die Band The German Wahnsinn Team begleitete die Veranstaltung mit extra für das Hörspiel komponierten Liedern.

Auch für Cornelia Funke ist Musik ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Musik sei die größte Kunst auf Erden – mehr noch als Schreiben. Musik könne Dinge ausdrücken, Ebenen erreichen, die nicht in Worten zu beschreiben sind. Sie selbst spiele zwar kein Instrument, singe aber sehr gern. Gesagt, getan. Auf Wunsch eines ihrer jüngsten Fans gibt die Bestseller-Autorin ihr Können zum Besten.

Die Entstehung des Hörspiels

Für ihr erstes Hörspiel gründete Funke ihren eigenen Hörspiel-Verlag, Atmende Bücher, mit Sitz in ihrer alten Heimat Hamburg. Die Idee für die Fortsetzung ihrer Erfolgsserie „Drachenreiter“ entstand jedoch schon viel früher: durch die Zusammenarbeit von Funke mit dem kanadischen Drehbuchautor David Fowler. Durch Fowlers Know-how bekam die Geschichte die Struktur eines Drehbuchs, ein Umstand, der die Adaption zu einem Hörspiel Jahre später definitiv vereinfachte.

Und doch war es für die Bestsellerautorin ein ganz anderes Arbeiten als für ihre sonstigen Romane: Zum einen muss sie ihre Geschichte zum größten Teil mithilfe von Dialogen vermitteln, zum anderen ist es kein einsames Vor-sich-hin-Tüfteln, sondern eine Kooperation von den unterschiedlichsten Menschen. Was Töne und Musik angeht, die später im Hörspiel zu vernehmen sein sollen, hat sich die Autorin ganz auf andere verlassen: „Ich weiß, dass ich mit guten Leuten arbeite. [Tontechnik] ist ihr Handwerk, nicht meins, die wissen das vermutlich besser.“

Sie hat es sich aber nicht nehmen lassen, bereits hier und da im Manuskript ein paar Angaben einzustreuen: „Drachenbrüllen. Wie auch immer das klingt. Ich dachte, damit werden die Jungs ihren Spaß haben. Und sie haben dann noch einen drauf gelegt“, erzählt sie zufrieden und zeigt dankbar zu dem Mischpult hinter den Zuschauern, von wo aus auch an diesem Abend die Geräusche für das Hörspiel eingespielt werden.

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Hörspiel-Premiere: Auch Cornelia Funkes Stimme ist in ihrem ersten Hörspiel „Drachenreiter – Die Vulkan-Mission“ zu hören.

Hinter dem Neunzig-Minuten-Hörspiel verbirgt sich so einiges an Arbeit: Allein dreißig Stunden aufgenommener Sprechertext. Dazu noch circa zehn Tage Schnitt, plus das Aufnehmen von Geräuschen, die teilweise gekauft, teilweise in der Hamburger Umgebung eingefangen wurden. Und zuletzt auch das Komponieren von Liedern, deren Texte ebenfalls aus Funkes Feder stammen.

Und warum hat sich die Autorin dieses Mal für das Medium Hörspiel entschieden? Sie wollte etwas für die Kinder erschaffen, die Geschichten lieber hören, als lesen, und die vielleicht etwas „Angst“ vor zu dicken Büchern haben.

Wunderbar sympathisch und interessiert: Geduldig beantwortet Funke die vielen Fragen ihrer Fans.

Die Kleinen waren am vergangenen Donnerstag die ganz Großen. Die vielen Kinder, die begeistert der Hörspiel-Premiere gelauscht haben, durften der Autorin zum Schluss auch noch all ihre Fragen stellen. Beim Antworten sieht man der Bestsellerautorin aus Malibu an, wie viel Spaß ihr der Kontakt zu ihren Fans, besonders auch den kleinsten unter ihnen, macht. Ihr Kommentar, als sie die langen Schlangen an den Mikrophonen sieht: „Ich wusste, ihr lasst mich nicht hängen.“

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Woher nimmt sie ihre Inspiration? „Ich höre ständig Geschichten in meinem Kopf“, erklärt sie. Sie könne sich jederzeit hinsetzen und drei weitere Geschichten niederschreiben. Zu jeder gegeben Zeit arbeite sie an mehreren Projekten gleichzeitig. So sind zurzeit z. B. neben mehreren Kurzgeschichten und weiteren Hörspielen gleich drei große Fortsetzungen in der Mache: ein weiterer Drachenreiter-Roman, der vierte Band der Reckless-Reihe sowie eine Fortsetzung der Tintenwelt-Reihe, die fünf Jahre nach Tintentod spielen wird. Besonders letzteres ließ anwesende Fan-Herzen höher schlagen. Ein wenig gedulden müssen wir uns aber noch: Sie habe zwar bereits um die 160 Seiten geschrieben, „Die Farbe der Rache“ werde dennoch voraussichtlich erst 2019 erscheinen. Sie wolle sich für den Roman-Liebling genug Zeit lassen, um den Fan-Erwartungen gerecht zu werden. Aber Leser dürften sich jetzt schon auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten freuen.

Warum schreibt sie? „Du lebst dauernd ein neues Leben. Heute habe ich Flügel, morgen bin ich ein Wal.“

Mit welcher Figur kann sie sich am besten identifizieren? Fuchs (Reckless)

Welche Figur ist ihre Lieblingsfigur? Fliegenbein (Drachenreiter)

Was ist ihre Lieblingsband? The National

Welches ihrer Bücher ist ihr Lieblingsbuch? Das kann sie gar nicht sagen, das wäre, als müsste sie sagen, welches ihrer Kinder ihr liebstes wäre. Ihre Romane seien alles ihre gedruckten Kinder, die sie aus unterschiedlichen Gründen toll finde.

Was ist ihr Lieblingsbuch aus der Kindheit? Narnia und Tom Sawyer; überhaupt Abenteuerbücher, sogenannte „Jungsbücher“; früher lieh sie sich ganze Stapel Bücher aus der Stadtbücherei aus, um durch die gedruckten „Fenster“ ihrer langweiligen Heimatstadt zu entkommen.

Wie schreibt sie ihre Romane? Seinem Gedächtnis dürfe man nicht trauen, sagt sie. Das sei gefährlich; Ideen würden nicht lange im Gedächtnis haften bleiben, deshalb müsse man immer alles gleich aufschreiben, selbst, wenn man dafür auf seinen Arm schreiben muss. Und da Ideen immer zur falschen Zeit kämen, trage sie immer ein Notizbuch mit sich herum. Überhaupt schreibt sie zuerst immer in ein Notizbuch, per Hand. Die Geschichte kommt auf die rechte Seite, die linke bleibt leer für spätere Notizen und Ideen sowie Skizzen.

Warum ist sie Autorin geworden? Sie war zuerst Illustratorin, fand aber irgendwann ihre Aufträge zu langweilig. „Ich wollte Drachen zeichnen und Meerjungfrauen malen. Dann muss ich wohl selbst ein Buch schreiben, hab ich mir gedacht. Anfangs habe ich nur Romane geschrieben, um diese illustrieren zu können. Dann habe ich gemerkt, dass ich ganz gut darin bin. Und so hatte ich auf einmal einen zweiten Beruf.“

Wann hat sie ihr erstes Buch geschrieben? „Ich war steinalt. Kannst du dir vorstellen, 28 Jahre alt zu sein?“

Wie lange schreibt sie an einem Buch? Ganz unterschiedlich. An einem Bilderbuch: drei Stunden – wenn die Ideen fließen; an Reckless: zwei Stunden; an einem Wilde-Hühner-Roman: drei bis vier Monate; an einem Drachenreiter-Roman: ein Jahr …

Wie ist die Wilde-Hühner-Reihe entstanden? Ihre Lektorin bat sie, einmal ein Buch ohne Feen oder andere Fabelwesen zu schreiben. Also packte Funke alle möglichen Personen und Kinder aus dem eigenem Leben sowie die Hühner, die sie selbst einmal gehalten hat, in ein Buch: Die Geburtsstunde der Wilden Hühner, die jetzt gerade zum ersten Mal in Amerika erscheinen. Auf Englisch: The Wild Chicks. Funke meint, es sei interessant zu beobachten, wie amerikanische Kinder darauf  reagieren, wie deutsche Kinder leben, und erinnert sich an einen deutschen Vater eines Fans, der sich bei ihr bedankte, weil er wegen ihrer Romane einen Hühnerstall in seinem Garten bauen durfte.

Warum schreibt sie keine weiteren Wilden-Hühner-Bücher? Für sie muss eine Bücherreihe nicht immer weitergehen. Wenn ein Projekt zu Ende gehe, weine sie ihm keine Träne hinterher, viel eher sagt sie: „Hurra, und auf zum nächsten!“ Gleichzeitig fordert sie die jungen Leser auf: „Aber ihr könnt noch tausend Hühner-Bücher schreiben!“

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Links: Tosender Applaus, nicht nur für Bestsellerautorin Cornelia Funke, sondern auch für die Hörspiel-Sprecher, Band und Tontechniker, die den Abend möglich gemacht haben. // Rechts: Cornelia Funke gibt unermüdlich Autogramme.

Ein Aufruf zum Schreiben: Der Stab wird weitergereicht.

„Die Welt ist voller Geschichten“, erzählt Funke ihren jüngsten Zuhörern. Ein Aufruf an die nächste Generation Autorinnen und Autoren. Sie selbst mache nichts lieber, als zu schreiben … außer vielleicht Schokolade essen.

Cornelia Funke und ich
Cornelia Funke (rechts) und ich

Ein großer Dank an Lütte Lotte

Es war ein gelungener Nachmittag. Nach der tollen Veranstaltung nahm sich Cornelia Funke noch die Zeit, Autogramme zu geben und ihre Fans kennenzulernen. Ich verdanke meine Eintrittskarte einem Gewinnspiel des Blogs Lütte Lotte. Ohne sie hätte ich gar nicht mitbekommen, dass mein Schreib-Idol in Deutschland war. Vielen, vielen Dank.

Und als i-Tüpfelchen: Später am Abend setzte sich Cornelia Funke in den Restaurant, in dem ich noch mit Freunden saß, an den Nebentisch. Bevor sie ging, habe ich noch schnell um ein Foto bitten können. Ein perfekter Abschluss zu einem tollen Tag!

TBT: Enid Blyton „Das Tal der Abenteuer“

TBT: Das bedeutet „Throwback Thursday“; ein Begriff, unter dem sich an vergangene Zeiten erinnert wird. Aus dem Bereich der Fotografie entwendet (dort oft zusammen mit dem Hashtag benutzt – #tbt), nutze ich den Donnerstag von nun an, um mich noch einmal mit einem alten Liebling von mir zu beschäftigen. 

Diese Woche: Enid Blytons „Das Tal der Abenteuer“

Die Abenteuer-Reihe von Blyton umfasst acht Bände:

  • Die Insel der Abenteuer 
  • Die Burg der Abenteuer 
  • Das Tal der Abenteuer
  • Die See der Abenteuer 
  • Der Berg der Abenteuer
  • Das Schiff der Abenteuer
  • Der Zirkus der Abenteuer 
  • Der Fluss der Abenteuer 

Die Reihe:

Obwohl die Serie in den 60er Jahren veröffentlicht wurde, konnte ich mich auch in den späten 90er und frühen 2000er Jahren für sie begeistern. Besonders zum dritten Band kehrte ich immer wieder zurück.

Der Inhalt:

In den Geschichten schaffen es die vier Freunde Philip, Dina, Jack und Lucy zusammen mit
ihrem Papagei Kiki immer wieder, sich in Schwierigkeiten zu bringen. Kein Geheimnis ist vor ihnen und ihrer Neugierde sicher.

Im „Tal der Abenteuer“ wollen sie mit einem Freund einen Nachtflug machen und müssen hoch oben in der Luft feststellen, dass sie ins falsche Flugzeug gestiegen sind. In einem unbekannten Tal gestrandet müssen sie sich alleine durchschlagen, Proviant und Unterschlupf suchen (das fand ich damals besonders toll – danach war immer Höhlen- und Baumhäuserbauen angesagt!)  und geraten – natürlich – wieder in ein fesselndes Abenteuer.

Weitere Geschichten von der Autorin:

Die Kinderbuchautorin Enid Blyton ist besonders für ihre andere Reihe über neugierige Freunde („Fünf Freunde“) bekannt. Aber auch viele Bände von„Hanni und Nanni“ haben einen Platz in meinem Kinderbuch-Regal gefunden. Und doch waren es in meiner Kindheit vor allem die „Abenteuer“-Romane, zu denen ich immer wieder zurückgekehrt bin.

Drei Dinge, die die „Abenteuer“-Romane beschreiben: zeitlos, spannend, die Fantasie.anregend

Welche Geschichten Blytons kennst Du noch aus Deiner Kindheit?