Im Gespräch mit Beth Revis, Teil 2: Über innere Schweinehunde und eine Vorliebe für Mahagoni

Vor einiger Zeit durfte ich die amerikanische Erfolgsautorin Beth Revis über ihren Roman „A World Without You“ befragen. Dabei kamen wir auch auf ihre Arbeit als Autorin zu sprechen.

Beth Revis und das Schreiben

Wie fühlte es sich an, als du erfahren hast, dass dein erster Roman veröffentlicht wird?  

BR: Es war unglaublich. Ich habe über zehn Jahre zehn Romane geschrieben, bevor ich den Anruf bekommen habe. Ich hatte beinahe aufgegeben.

Wolltest du schon immer eine Autorin werden?

BR: Schon IMMER.

Wo findest du deine Inspiration?

20170224_030100BR: Überall! In der „Godspeed“-Trilogie habe ich zum Beispiel das Gefühl (in einer ländlichen Gegend) gefangen zu sein (weil man arm ist) genommen und es ins Weltall verlagert. Weil einfach alles cooler im Weltall ist.

Der Kampf meines Bruders gegen seine psychische Erkrankung war meine Inspiration für
„A World Without You“ – aber Inspiration findet man überall und zu jeder Zeit. Wo immer ich etwas finde, was mir gefällt, sei es „Doctor Who“ und die Idee der Zeitreise oder einfach ein Gemälde, fließt es mit in mein Werk ein. Zum Beispiel liebe ich es seit Effie Trinket, das Wort „Mahagoni“ in meinen Geschichten einzubauen.

Hast du eine Routine beim Schreiben? 

BR: Meine Routine ist normalerweise sehr locker. Ich schreibe, wann und wie viel ich will –  bis die Deadline sich bedrohlich abzeichnet. Dann lass ich alles stehen und liegen und arbeite rund um die Uhr.

Hast du einen Lieblingsort, an dem du schreibst?

BR: Mein Mann hat mir einen wunderschönen Schreibtisch gebaut. Aber normalerweise sitze ich zum Schreiben mit meinem Hund auf der Couch.

Darf jemand außerhalb des Verlags dein Manuskript lesen?  

BR: Mein Ehemann kriegt meist kurze Abschnitte zu lesen, zu denen ich ganz spezifische Fragen habe („Ergibt das einen Sinn?“). Wenn es um ganze Szenen oder das ganze Buch geht, habe ich eine Gruppe von Freunden – alles Autoren und Autorinnen -, die ich um Rat fragen kann.

Was machst du, wenn jemandem etwas gar nicht gefällt?

BR: Wenn jemandem etwas nicht gefällt, überlege ich ganz genau, warum er es nicht mag. Manchmal bleibe ich meinem Schreiben treu, meist schreibe ich aber um: Ich vertraue meinen Lesern.

Hast du einen Tipp gegen Schreibblockaden und den inneren Schweinehund? 

BR: „Innerer Schweinehund“ – Das ist ab jetzt mein Lieblingsbegriff im Deutschen!

Um erst gar keine Schreibblockaden aufkommen zu lassen, habe ich mir angewöhnt, eine Schreibphase zu beenden, bevor meine Inspiration mich verlässt – d. h. dass ich die Szene nicht zu Ende schreibe. So weiß ich am nächsten Tag gleich, wo ich ansetzen muss und was als nächstes passieren wird. Dadurch werde ich nicht direkt zu Beginn von anderen Dingen, die zu erledigen sind, abgelenkt oder erliege dem inneren Schweinehund. Und wenn man erst einmal angefangen hat, ist es auch einfacher, weiterzuschreiben.

Was kommt als Nächstes?

Arbeitest du gerade an einem neuen Roman?

BR: Ich habe Ende letzten Jahres den nächsten Roman beim Verlag eingereicht. Dobby ist jetzt ein freier Elf!!!

Planst du, demnächst einmal nach Deutschland zu kommen? (Falls ja, ich lebe in der Nähe von Hamburg!)

BR: Ich würde so gerne nach Deutschland kommen, aber bisher ist noch nichts in die Richtung geplant. Leider. Aber den Hamburger-Raum kenne ich gut – meine Vorfahren kommen auch aus der Gegend!

Lese-Vorschläge von Beth Revis

Was liest du gerade bzw. was liegt ganz oben auf deinem Stapel ungelesener Bücher?

diabolicBR: Ich lese gerade „Diabolic“ von S.J. Kincaid.

Ich habe aber auch schon ein Auge auf eine Biografie vom Marquis de Lafayette geworfen, nachdem ich wie besessen den „Hamilton“-Soundtrack gehört habe.

Außerdem „lese“ ich viele „Star Wars“-Hörbücher, was einfach nur super ist – die kommen nämlich mit SOUNDEFFEKTEN!!!

Weitere Fakten über Beth Revis

  • Ihre Romane wurden in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt.
  • Neben „AWWY“ und der „Godspeed“-Reihe hat sie auch das Buch „The Body Electric“ sowie zahlreiche Kurzgeschichten und die Sachbuchreihe „Paper Hearts“ für angehende Autoren geschrieben.
  • Sie lebt in North Carolina, USA, zusammen mit ihrem Mann, ihrem Sohn und zwei riesigen Hunden.
  • Ihre Lieblingsserien sind „Firefly“ und „Doctor Who“ – ein echtes Scifi-Fangirl eben.
  • Sie hat früher als Lehrerin gearbeitet. In ihren Romanen bringt sie regelmäßig ehemalige Schüler um – auf deren Wunsch.
  • Sie hat auch einen Blog und einen Newsletter!
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